Was Streit in der Beziehung verhindern kann

Die 8 tödlichen Diskussionskiller für jeden Streit in der Beziehung

Paare diskutieren miteinander und auch Streit in der Beziehung, das ist nichts Neues. Jeder, der in einer Beziehung ist, wird regelmäßig eine Diskussion vom Zaun brechen. Dies gehört zu einer gleichberechtigten Beziehung dazu. Fragt sich nur, wie diese Diskussionen ausgehen. Ich für meinen Teil bin ein Hitzkopf. „Du bist nicht meiner Meinung, na dann lass uns mal Klartext reden.“ Mein Mann dagegen hat eher eine souveräne Haltung in einer Meinungsverschiedenheit. Er bleibt immer kühl und sachlich. Für mich als Hitzkopf ist das tödlich: Ich explodiere! Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Geduld mein Mann im Laufe der Jahre aufgebracht hat.

 

Es gibt 8 Möglichkeiten, eine Diskussion so richtig zu ruinieren. Man sollte sich vorsehen und versuchen, dies zu vermeiden.

 

1. Ich werde den Krieg gewinnen

Wenn du eine Diskussion in deiner Partnerschaft als Machtkampf siehst, werdet ihr beide verlieren.
Für mich war es in der Anfangsphase unserer Beziehung genau so: „Ich muss gewinnen und meinem Partner klar machen, dass er völlig falsch liegt.“ Insbesondere in den ersten Jahren haben wir die Tendenz dazu, möglichst viele Machtkämpfe zu gewinnen, um unsere eigene Position effektiv auszubauen. Vor allem in der Krisenphase.
Es ist daher eine große Herausforderung zu lernen, den Streit nicht als Machtkampf zu sehen. Recht haben ist häufig relativ. Meist, bei genauerer Betrachtung, haben beide Parteien in gewisser Weise Recht. In der Partnerschaft ist es nun wichtig, eine Einigung zu finden oder wenigstens einen Vergleich. Und eben nicht, einen Krieg zu gewinnen.
Gewinnt ein Partner, muss der andere zwangsläufig verlieren. Und der Verlierer wird verletzt, in seiner Ehre gekränkt oder erlangt das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Passiert dies häufiger, wird dauerhaft das Vertrauen und die Nähe zwischen den beiden zerstört.
Werde dir dessen bewusst, dass ihr einander liebt. Wahre Liebe zeigt sich darin, den Partner aufzubauen, nicht zu demontieren.

 

2. Vergangenen Erlebnisse ausgraben

Wir neigen dazu, alte Erlebnisse auszugraben, wenn uns die Argumente ausgehen. Kürzlich hatte ich eine Diskussion mit einem Nachbarn gegenüber. Er war sauer, weil ich vor seinem Haus (also vor meinem Haus) auf der Straße parkte. Ich verstand nicht, warum er sich so stark aufregte. Also fragte ich nach: „Was ist denn nur los? Habe ich etwas falsch gemacht?“ Die Antwort schockierte mich: „Vor 15 Jahren, da haben sie ihr Auto vor meiner Haustür geparkt und sind in Urlaub gefahren.“ Ich war wirklich vor den Kopf gestoßen. Jede Entschuldigung meinerseits war natürlich völlig umsonst, da dieser Nachbar 15 Jahre seine Enttäuschung aufgestaut hatte. Mir blieb nichts weiter übrig, als ihm zu sagen, dass das nie wieder vorkommt. Allerdings ist er mir immer noch böse. Mir bleibt nur, ihn zu segnen und dafür zu beten, dass wir nicht im Streit für alle Ewigkeit weiterleben müssen.

Auch in der Partnerschaft gibt es solche vergrabenen Verletzungen. Insbesondere, wenn man im Alltag nicht die Zeit hat, darüber zu sprechen. Und wenn man es nicht gleich macht, dann erscheint es einem seltsam, den Konflikt nach einiger Zeit noch einmal auf den Tisch zu bringen. Doch wenn dann mal wieder ein Streit eskaliert, dann kommen diese vergrabenen und verborgenen Gefühle wieder hoch.
Gewöhne dir an, Verletzungen und Enttäuschungen sofort aufzugreifen, oder wenigstens zeitnah. Lass nichts im Keller deines Herzens gären. Und wenn du in einer Diskussion denkst, dass du solch eine „Leiche“ aus dem Keller holen könntest, vergiss es. Sprich es lieber demnächst in einer ruhigen Minute an und kläre dein Problem.

 

3. Wenn du anderer Meinung bist, fühle ich mich zurückgewiesen

Viele Menschen haben das Gefühl, persönlich zurückgewiesen zu werden, wenn der andere nicht ihrer Meinung ist. In ihren Gedanken läuft eine ganze Reihe von negativen Interpretationen ab. „Wenn er anderer Meinung ist, dann liebt mich nicht mehr.“ Oder: „Wie kann sie nur denken, dass ich im Unrecht bin. Offenbar liebt sie mich nicht.“
Das Schwierige an dieser Haltung ist, dass die die Wurzel dafür meist tiefer in unserer Seele liegt. Wir haben entweder ein schlechtes Selbstbild, so dass jede Meinungsverschiedenheit als Angriff auf unsere Person gewertet wird. Oder wir sind stolz, dann kratzt die andere Ansicht unseres Partner an unserem Selbstbild.
Wir müssen lernen, dass der Austausch unserer Meinungen uns beide bereichern kann. Wir lernen voneinander, erweitern unser Wissen und unser Verständnis. Und wenn wir dies in einem freundlichen und sachlichen Rahmen tun, wird die Wertschätzung füreinander stärker. | Streit in der Ehe | Streit in der Beziehung

 

4. Geschrei

Leider war ich hier über Jahre der Olymiasieger. Wenn eine Diskussion nicht so lief, wie ich es mir vorstellte, dann wurde ich immer lauter. Insbesondere wenn mein Mann ruhig blieb. Meist endete es damit, dass ich schreiend aus dem Zimmer lief.
Dummerweise ist Geschrei entgegen dem ersten Eindruck kein Zeichen von Stärke oder Macht. Es ist ein Zeichen von Ohnmacht und von der Schwäche, sich provozieren zu lassen. Es hat also in keinster Weise irgendeinen Vorteil, laut zu werden. Wenn wir das schon mal verstehen, ist das die halbe Miete. Nun müssen wir trainieren, ruhig zu bleiben. Wenn du merkst, das du wieder laut wirst, schließe kurz die Augen: atme zweimal tief ein, werde bewusst ruhiger und sprich leiser.
Auf jeden Fall entschuldige dich bei deinem Partner für dein Verhalten, wenn du wieder laut wurdest. Auch dies wiederum ist ein Zeichen von Stärke, sich entschuldigen zu können.

 

5. Ja, aber – Sätze

Eigentlich scheint es, als seien das nur 2 unwichtige Wörter. Vielleicht denkst du sogar: „Wo liegt das Problem? Ich stimme dem anderen doch zu!“
Nein, das tust du nicht. Ja, aber – Sätze wollen sagen: „Ja, du magst vielleicht in mancher Hinsicht einen guten Gedankengang haben, aber wenn ich dir jetzt mal erkläre, wie es wirklich ist, dann wirst du verstehen, dass du trotzdem im Unrecht bist!“
Ja, aber – Sätze sind Kommunikationskiller. Wer sein Statement mit „Ja, aber“ beginnt macht klar, dass er keine einzige Argumentation des anderen ernst genommen hat. Versuche diesen Ausdruck gar nicht erst zu verwenden. Sprich positiv. Lass dein Gegenüber wissen, dass sein Standpunkt interessant ist oder frage ihn konkret nach etwas, dass er gerade erläutert hat. Danach kannst du deine Argumente so einführen: „Was denkst du über folgendes Argument…?“ Bleibe respektvoll. Nimm den anderen Ernst. Begegne ihm mit Wertschätzung. | Thema: Streit in der Ehe, Streit in der Beziehung und streit in einer Beziehung

 

6. Diskussionskiller No. 6: Ablenkung

Was passiert, wenn mitten in einer Diskussion mit deinem Partner das Handy vibriert? Lässt du deinen Partner dann stehen und nimmst dir das Handy zur Hand? Sollte das für dich eine Option sein, dann werde dir bewusst, was dies dem Partner signalisiert: „Meine Aussprache mit dir ist mir nicht so wichtig wie die Nachricht, die ich gerade empfange. Du bist mir nicht so wichtig!“
Gleiches gilt fürs Fernsehen. Wenn wir in einem Streitgespräch mit unserem Partner sind, sollte wir uns auch auf ihn konzentrieren und nicht nebenher den Fernseher laufen lassen.
Wir leben in einer Kultur, in der viele Menschen nicht mehr differenzieren können, was wirklich wichtig ist: Die neue Nachricht auf dem Handy oder der Mensch mir gegenüber bzw. die Aufgabe, mit der ich gerade betraut bin.

Ich hörte von einem jungen Mitarbeiter in einer Lebensmittelkette. Der kam in die Fleischwarenabteilung und sollte den Mitarbeiter zeigen, wie ein gutes Kundengespräch aussieht. Er war gerade mitten im Bedienen des Kunden, als plötzlich sein Handy vibrierte. Und was machte er? Er ließ den Kunden stehen und schaute erst mal nach seiner Nachricht.
Offenbar hat unser Gehirn bereits einen Knopf, den das Handy nur noch drücken muss, und wir vergessen alles um uns herum.
Werde dir dessen bewusst, dass das Gespräch mit deinem Partner, vor allem wenn ihr euch gerade in einer Diskussion befindet, immer wichtiger ist. Ignoriere die Nachricht und verbanne das Handy. Konzentriere dich auf denjenigen, der jetzt wirklich zählt.

 

7. Diskussionskiller No. 7: „Du bist immer so“

Wenn wir uns selbst an die Wand gedrängt fühlen und nicht mehr wissen, wie wir uns noch verteidigen können, dann greifen wir häufig zu den unerlaubten Waffen. Wir verallgemeinern ein Verhalten oder eine Eigenschaft. Wir werfen dem Partner vor, sich ja immer so zu verhalten oder diesen Fehler ja immer zu tun. „Du willst ja immer Recht behalten“ kommt dann über unsere Lippen, oder auch „Du hältst dich ja immer für etwas Besseres“. Diese Verallgemeinerungen sind allerdings immer eine Sackgasse. Wenn unserer Partner uns nach Beispielen fragt, fällt uns meistens nichts ein. Oder aber, wir müssen die alten Verletzungen auspacken, von denen ich eben schon gesprochen habe. Und wenn es ganz ungünstig läuft, schießt der Partner zurück: „Nein, das stimmt nicht, du bist immer so drauf!“ | Thema: Streit in der Beziehung und streit in einer Beziehung

 

8. Der 8. Diskussionskiller ist Sarkasmus

Sarkasmus ist eine tödliche Waffe, zumal Sarkasmus jedes weitere Gespräch unmöglich macht. Obwohl ich eher ein Hitzkopf bin und dazu neige, laut zu werden, werde ich auch so manches Mal sarkastisch. Damit versuchen wir, den Partner bewusst zu verletzen. Wir ziehen ein überhebliches Gesicht und sagen mit einem ironischen Ton in der Stimme: „Ja klar, natürlich bin ich es wieder schuld, logisch. Ich bin ja immer schuld. Wie schade, dass ich nicht so heilig bin wie du.“ Was bitte soll der Partner darauf entgegnen? Auch diese Waffe nutzen wir dann, wenn uns keine weiteren Argumente mehr einfallen. Doch verletzen wir damit den Partner. Man sagt Dinge überspitzt, die man später nicht mehr zurücknehmen kann. Gewöhne dir den Sarkasmus ab, dein Partner hat das nicht verdient. | Streit in der Ehe und Streit in der Beziehung, streit in einer Beziehung.

 

Okay, hier die 8 Diskussionskiller noch einmal im Überblick

1. Ich werde den Krieg gewinnen
2. Vergangenen Erlebnisse ausgraben
3. Wenn du anderer Meinung bist, fühle ich mich zurückgewiesen
4. Geschrei
5. Ja, aber – Sätze
6. Ablenkung
7. „Du bist immer so“
8. Sarkasmus

 

Wie wichtig ist Zärtlichkeit in einer Beziehung