Kindergottesdienst im 21. Jahrhundert – Teil 3: Kreativität – Nutzung aller Möglichkeiten

Bei der Kinderarbeit sind uns in kreativer Hinsicht keine Grenzen gesetzt. Außer vielleicht durch unseren fehlenden Ideenreichtum.

 

Wie finde ich also ein geeignetes Transportmittel?

In einer Welt voll Netflix, Playstation und iPhone sind Kinder inzwischen recht verwöhnt in Bezug auf das, was sie anspricht. Als ich Kind war, in den 70er Jahren, da gab es 3 Programme im Fernsehen. Die starteten nicht vor 17 Uhr und endeten mit der Nationalhymne um ca. 24 Uhr. Darunter waren allerdings vorwiegend langweilige Sendungen wie Berichte und Dokumentationen.

Die Welt der Kinder heute sieht absolut anders aus. Die meisten Grundschulkinder haben bereits ein eigenes Handy. Und für den Fall, dass sie keine Internetflat haben, befinden sich genügend Spiele auf dem Gerät, um die Zeit zum nächsten You Tube Video zu überbrücken.

Netflix und andere Streaming Dienste ermöglichen uns, jede Serie und jeden Film jederzeit anzuschauen. Und die Aufmachung der Serien und Filme ist actionreich, bunt, schnell und voller Effekte.

 

Wir als Gemeinde Gottes sollten jetzt nicht die Krise kriegen, wir sollten uns diese technischen Möglichkeiten zunutze machen.

Es gibt kreative Transportmittel wie Sand am Meer. Die Begrenzung hierbei ist einerseits die Anzahl sowie die Fähigkeiten der Mitarbeiter und andererseits die technische Ausstattung des Raumes. In vielen Gemeinden ist die Kinderarbeit eher ein Stiefkind oder gar nicht vorhanden. Entsprechend wenige Mitarbeiter stehen zur Verfügung und entsprechend schlecht ausgestattet ist der Raum.

 

Hier eine Liste von kreativen Transportmitteln für den Kindergottesdienst:

  • Schauspiel biblischer Geschichten (klassisch oder modern)
  • Schauspiel: Alltagsszenen der Kinder
  • Puppenspiel: Handpuppen oder Kasperletheater
  • Objektlesson (z.B. verschiedene Bälle für verschiedene Sportarten, Fußball schlecht für Tennisschläger: unterschiedliche Gaben, unterschiedliche Menschen)
  • Pantomime mit Erzähler (z.B. von biblischen Geschichten wie Elia oder Paulus)
  • Darstellen/Schauspiel von Sachen, Tieren etc. die sprechen können
  • Filmausschnitt aus Kinofilmen
  • Filmausschnitt aus Bibelfilmen
  • Bilderbuch – Vorlesen und anwerfen der Bilder zeitgleich
  • Pantomimischer Tanz/Pantomimisches Schauspiel
  • Schauspiel mit Zurückspulen oder Freeze um mehrere Konsequenzen zu verdeutlichen
  • Persönliches Zeugnis
  • Selbstgedrehter Film
  • Erzählen einer Geschichte mit Playmobil
  • Zeitreise (Kombination zeitaktuell und biblisch)

 

Mitarbeiter

Wenn wir über Kreativität reden, ist daher das Finden und die Ausbildung der Mitarbeiter von erheblicher Bedeutung. Mitarbeiter fallen erstens nicht vom Himmel und sind zweitens nicht perfekt.

Erstens musst du darüber nachdenken, wer den Anforderungen entspricht: es sollten Menschen sein, die sowohl ein Herz für Kinder als auch für Jesus haben.

Außerdem solltest du mit ihnen am gleichen Strang ziehen. Gerade im Aufbau einer Kinderarbeit ist es sinnvoller, eine kleine Anzahl leidenschaftlicher Mitarbeiter zu finden, bei denen die gemeinsame Chemie stimmt, als einen Haufen Leute, die alles nur diskutieren.

Zweitens fangen alle klein an. Natürlich können nicht alle Menschen schauspielern, nicht alle sind in der Lage, aus sich einen Affen zu machen und nicht alle können ad hoc frei sprechen. Aber in diesen Fällen macht Übung den Meister.

 

In unserer Gemeinde wird jede Kindereinheit vor dem Gottesdienst 1 Stunde lang geprobt unter Coaching des Kinderdienstleiters. Und das seit nahezu 20 Jahren.

Regelmäßige Fortbildungen interner Art oder auch durch den Besuch von Konferenzen und anderen Gemeinden helfen, die Arbeit immer besser zu machen.

 

Checkliste

  • Wen könntest du als Mitarbeiter versuchen zu gewinnen?
  • In welcher Hinsicht brauchen deine Mitarbeiter Training?

 

Kleingruppen

Menschen fühlen sich eher zu Hause, wenn sie sich regelmäßig in den gleichen kleinen Gruppen zusammenfinden. Dort kennt man sich, man weiß über einander Bescheid, man kümmert sich.

Die Kleingruppen in der Kinderarbeit haben genau diesen Effekt: In einer kleinen Gruppe bilden sich Freundschaften, man weiß von einander und muss nicht jede Woche von vorne erzählen, wie schwierig es zu Hause mit der Scheidung der Eltern ist oder mit dem Mathelehrer in der Schule. Durch Kleingruppen entstehen Weggemeinschaften, die alles miteinander teilen, Freude und Traurigkeit, Siege und Verluste, Spaß und Ärger. Ich habe in den vergangenen 25 Jahren erlebt, wie sich in solchen Gruppen Gemeinschaften herausgebildet haben, die durch dick und dünn gegangen sind.

Dazu ist natürlich auch ein Kleingruppenleiter notwendig.

 

Ohne eine gute Kleingruppe, ohne eine stabile Peergroup haben die Kinder es schwer. Denn hier finden sich ihre christlichen Freunde, die im gleichen Alter und in ähnlichen Lebensumständen sind. Und ohne christliche Freunde wird es schwierig als Christ heranzuwachsen und am Glauben festzuhalten.

 

Technische Möglichkeiten

Ton im Kindergottesdienst

Ideal wäre, wenn man nicht nur irgendeinen Raum für die Kinderarbeit hat, sondern diesen Raum auch frei gestalten kann. Eine kindgerechte Dekoration vermittelt Kindern das Gefühl, hier erwünscht zu sein. Eine Musikanlage darf durchaus erst mal nur aus einer Lautsprecherbox und einem Smartphone mit Spotify bestehen, auch wenn eine richtige Tontechnik natürlich auf Dauer für weniger Langeweile sorgt.

Die Größe der Tontechnik korreliert natürlich mit der Anzahl der Kinder. Wenn der Raum mit 10, 20 oder 30 Kindern gefüllt ist, ist weder ein Mikrofon nötig noch unbedingt eine große Lautsprecheranlage. Wird die Zahl größer, sollte spätestens die Technik angepasst werden.

Sind die Kinder schon älter, ab Ende Grundschulalter, so wäre ebenfalls eine etwas ansprechendere Tontechnik ratsam.

Grundsätzlich ist aus kreativer Sicht mehr möglich, wenn es eine Tonanlage gibt. So kann beispielsweise in der Dornbusch-Szene Gott mit Mose durch ein Mikro aus dem Off (aus Nebenraum) sprechen, was Kinder absolut fasziniert.

Das Einblenden passender Geräusche wie eine Schulklingel oder Donner genießt ebenfalls immer einen Überraschungseffekt.

 

Medien im Kindergottedienst

Ein Fernseher ist fast existenziell für eine Kinderarbeit. Ohne Fernseher wird die kreative Vielfältigkeit stark eingeschränkt.

Ein praktisches Beispiel:

Ist das Thema „Gott hat eine großartige Aufgabe für dich“ oder „Du bist ein Königskind“ so kann ein Filmausschnitt des Disney-Streifens „Der König der Löwen“ helfen, die Botschaft kindgerecht zu vermitteln. Dann ist nur noch eine kurze Einführung darüber nötig, dass es manchmal so scheint, als wäre die ganze Welt gegen uns, vor allem nach einer ganz schlechten Note in der Schule oder wenn wir was ziemlich Blödes angestellt haben.

Dann zeigen wir die Stelle aus dem Film, in der Simba nach dem Wiedersehn mit seiner Freundin Nala wegläuft, weil er nicht zurück ins Land der Löwen gehen will. Start ist ab dem Moment, wo Simba dem Affen begegnet, und Ende dort, wo Simba in Richtung Heimat losläuft.

Und zum Abschluss lesen wir aus 1.Timotheus 4,12 oder Römer 8,16 vor.

 

FilmMögliche Themen
Der König der

Löwen

Du bist ein Königskind

Du hast eine großartige Aufgabe

Wenn wir uns schuldig fühlen

Die EisköniginEin Opfer aus Liebe bringen

Karfreitag

St. Martin

Rapunzel –

Neu verföhnt

Glaube nicht jede Lüge der Welt

Glaube an deinen Traum

Opfer

Mit Liebe kannst du die Welt verändern

Die UnglaublichenJeder hat seine ganz besondere Gabe

Für einander einstehen

Du bist nie zu jung, um die Welt zu verändern

Ich – einfach unverbesserlichTeamarbeit
Ice AgeFamilie
ShrekSchau nicht auf das Äußere
Horton hört ein HuGlaube, auch wenn du Nichts siehst
CarsFreunde

Selig sind die Sanftmütigen

Entscheide dich für das Richtige

Demut

Der kleine LordVeränderung durch Liebe
Die Schöne und das BiestVeränderung durch Liebe

Schau ins Herz

NarniaDer Kampf von Gut und Böse

Die Versuchung der Welt

Du bist nie zu klein für die Aufgabe

Hör lieber auf Jesus (Prinz Kaspian)

 

Nicht nur für Filmausschnitte auch für das Zeigen von Fotos und Musikvideos ist eine Visualisierung notwendig. Dazu braucht man einen DVD-Player oder besser einen Laptop. Übrigens gibt es für Gemeinden eine Erlaubnis zum Zeigen von Filmausschnitten, die man einfach beantragen kann. Siehe CVL-Filmlizenz von CCLI: https://de.ccli.com/

Der Fernseher sollte mindestens 138 cm/55 Zoll Bilddiagonale besitzen.

Beamer und Leinwand (oder weiße Wand) sind inzwischen kaum teurer in der Anschaffung und für eine größere Anzahl Kinder geeignet. D.h. um vorausschauend zu arbeiten, könnte der Raum auch direkt mit einem Beamer anstelle eines Fernsehers ausgestattet werden. Außerdem kann man dann auch mal einen richtigen Kinonachmittag machen mit Popcorn und Softdrinks.

 

Lichttechnik im Kindergottesdienst

Lichttechnik hat eine starke Wirkung auf Kinder, liegt jedoch in der Priorität weiter hinten. Einfach anzuschaffen sind ein paar bunte Lichtkannen, wenn man bewegtes Licht haben will, ist dazu jedoch auch schon ein Lichtpult samt Mitarbeiter nötig.

Aber die Effekte, die gutes Licht produzieren kann, sind äußerst wirksam. Wird eine bedrohliche Situation oder eine Szene, die nachts spielt, dargestellt, verstehen die Kinder viel leichter um was es geht, wenn das Licht eher dunkler und etwas blau ist. Das Erscheinen des Engels am Grab von Jesus kann wunderbar durch grelles Licht unterstützt werden.

Auch beim Kinderlobpreis ist es für die Atmosphäre zuträglich, wenn es ein bisschen buntes bewegtes Licht gibt.

Eine Nebelmaschine ist übrigens ebenfalls genial einsetzbar: Eine Zeitreise wirkt gleich viel spannender mit Nebel (und Blitzen der Lichttechnik sowie Donner aus den Lautsprechern).

 

Checkliste

 

Haben wirMüssen wir anschaffenWelche PrioritätTechnische Ausstattung
Bluetooth Box

 

Smartphone mit

Spotify

 

 

Tablett mit Spotify
 

 

Lautsprecherboxen
 

 

Mikrofone
 

 

PC/Laptop
 

 

DVD-Player
 

 

Netflix Account
 

 

Fernseher mind. 138 cm/55 Zoll Bilddiagonale
 

 

Beamer
 

 

Leinwand/weiße Wand
 

 

Filmlizenz von CCLI
 

 

Lichtkannen
 

 

Lichtpult
 

 

Nebelmaschine

 

 

Kindergottesdienst im 21. Jahrhundert  – Teil 1: Traum und Wirklichkeit