Die Generation der Young Adults ist ein neues gesellschaftliches Phänomen. Erst seit einigen Jahren differenziert man die früheren Erwachsenen in Junge Erwachsene und Erwachsene.

Young Adults sind zwischen 18 und 30 Jahren alt und werden auch die Millennials genannt, weil sie um die Jahrtausendwende geboren wurden. Ihre Eigenschaft als „Digital Natives“ unterscheidet sie von der Generation darüber. Wir haben es hier mit den ersten Kindern des PC- und Handyzeitalters zu tun, auch als Generation Y bezeichnet.

 

Tausend Namen für eine Generation?

 

Warum definieren wir eine neue Generation und warum hat diese Generation so viele Namen?

Vor 3 Jahren habe ich das erste Mal in einer Broschüre von Disney in Florida gelesen, dass es ganz offiziell die Generation der Young Adults gibt. Es gab Achterbahnen, die waren im Speziellen für Jugendliche und Young Adults geeignet, nicht für Kinder und nicht unbedingt für Erwachsene.

Bis dahin hatte ich mich immer gewehrt, diese Altersgruppe separat zu betrachten. Zwar gab es von Soziologen bereits zuvor solche Definitionen, aber ich hielt es eher für eine wissenschaftliche Erbsenzählerei.

 

Doch die Young Adults sind eben tatsächlich anders als die 18- bis 30-Jährigen vor 20 Jahren. Damals war eine 18-Jähriger erwachsen. Fertig. Inzwischen schweben diese jungen Leute in einem Zwischenraum. Einerseits noch in der Ausbildung, oftmals kein großartiges eigenes Einkommen, meist noch bei den Eltern oder in einer Studentenbude lebend. Andererseits schon im Arbeitsverhältnis, gut bezahlt, jedoch ohne Familie, in schicken Wohnungen und außerhalb von großer persönlicher Verantwortung.

 

Der ausschlaggebende Punkt für diese Generation ist die Unabhängigkeit. Eine Unabhängigkeit, die weit über jede vergleichbare Situation in den früheren Generationen hinausgeht:

1.        Young Adults sind wirtschaftlich unabhängig. Entweder gut unterstützt von ihren Eltern oder bereits in gut bezahlten Arbeitsverhältnissen.

2.        Da es keinen finanziellen Druck gibt und sie zudem auch extrem mobil sind, müssen sie nicht unbedingt Entscheidungen mit lebenslangen Konsequenzen treffen.

3.        Young Adults sind in der Mehrzahl nicht verheiratet. Und sie haben erst recht keine Kinder.

 

Gestresste Generation

 

Laut Umfragen geben 60% der Jungen Erwachsenen an, sehr gestresst zu sein. In einer Predigt stellt kürzlich der Pastor die These auf, dass das noch weit untertrieben ist. Woher kommt dieser Stress?

Für alle, die älter als 35 sind, ist es kaum nachvollziehbar, wie die jungen Leute, die weder wirtschaftlich noch familientechnisch große Verantwortung tragen müssen, so gestresst sein können. Aber genau das ist die Schwierigkeit: Wir sind keine Digital Natives. Wir haben nicht von klein auf das Internet mit allen Sozialen Medien im Nacken. Wir müssen uns nicht die ganze Zeit 24/7 (der typische junge Begriff für dauerhaft) vergleichen. Als ich Teenager war, in den 80er Jahren, da hatten wir den Vergleich in der Schule und vielleicht noch im Freundeskreis und der Clique. Heute sehen die jungen Leute ständig Bilder von anderen im Netz, Bilder von äußerst hübschen Menschen, Bilder von äußerst reichen Menschen, Bilder von äußerst erfolgreichen Menschen.

Ich lade ja auch kein Bild hoch, in dem ich so aussehe, wie ich es normalerweise tue. Ich lade ein ganz besonders gelungenes Bild hoch. Mit dem besten Licht. Der besten Schminke. Etwas überarbeitet. Mit meinen besten Klamotten. An einem besonderen Platz. Eben genau nicht Alltag!

Aber was sieht man als Betrachter? Man sieht nicht die Außerordentlichkeit dieses Bildes, man denkt: Wow, wie hübsch, Mensch, tolles Outfit, super Location. Und dann schaue ich in den Spiegel. Und sehe mein Shirt von der Billigfirma.

 

Zu viele Optionen

 

Zudem bewirkt die Fähigkeit des digitalen Zeitalters, dass wir Optionen ohne Ende haben.

•        Was soll ich werden? Was will ich mein Leben lang arbeiten? Ich will ja schließlich keine falschen Entscheidungen treffen. Der Studiengang XY würde mir schon gefallen, aber was, wenn ich das nicht 30 Jahre lang machen will? Diese Entscheidung zu treffen fällt immer schwerer.

•        Oder: Ich versuche es mal mit BWL. Nach dem ersten Semester lasse ich das wieder. Wie wäre es mit weniger Mathe: Vielleicht Psychologie? Nach dem zweiten Semester stelle ich fest, dass es zu viel mit den Problemen anderer Menschen zu tun hat. Okay, wie wäre es mit Jura. Die ersten Prüfungen zeigen mir, dass ich da viel zu viel lernen muss. Oh Mann: was kann ich nur machen? Soll ich dauerhaft an einer Sache dran bleiben, wenn die Möglichkeiten doch so groß sind?

 

Durch die wirtschaftliche Unabhängigkeit und die Mobilität sucht sich diese Generation verstärkt Ausgleichsmaßnahmen, um dem Stress zu entkommen. Je nach Hintergrund, Prägung, Werten und Überzeugungen gibt es alles: Shopping, Reisen, Spaß, Partys, Clubs, Alkohol, Drogen, Sex.

 

Wo sind die Young Adults in der Gemeinde Gottes?

 

 

Sowohl in Deutschland als auch in England, Südafrika und den USA habe ich festgestellt, dass die meisten Menschen der Generation Y vorwiegend in den neuen Gemeindebewegungen wie Hillsongs und Planetshakers zu finden sind. Und dass Gemeinden mit längerer Tradition sich äußerst schwer mit ihnen tun.

Von einem der Lobpreisleiter in Willow Creek Chicago habe ich folgendes gehört: „Für uns ist es nicht leicht, die Generation der Young Adults zu erreichen. Und wenn wir sie erreichen, dann ist es noch schwerer, sie zu halten. Selbst meine Freunde bei Hillsongs haben dieses Problem!“ Wenn mir sowas jemand sagt, der in einer derart modernen Gemeinde wie Willow Creek zu Hause ist, wie viel größer ist dann die Herausforderung für traditionelle Kirchen und Gemeinden?

 

Was tun?

 

Problem Nr. 1:

Wie erreichen wir die Generation der Young Adults?

Problem Nr. 2:

Was braucht die Generation der Young Adults, um dauerhaft in der Gemeinde zu bleiben?

 

In meinem Buch „Kids Zone“ habe ich bereits ausführlich dargestellt, dass ich Kinder heute nicht mehr mit dem Programm erreichen kann, das vor 50 Jahren Kinder angesprochen hat.

Genauso muss ich es natürlich bei den Young Adults bedenken. Wir können jedoch leicht ein paar Dinge lernen, wenn wir uns die Gemeinden anschauen, die die junge Generation erreicht: Hillsongs und Planetshakers.

Was unterscheidet Hillsongs von meiner Gemeinde?

 

Musik

Hillsongs legt besonderen Wert auf gute Musik. Musik, die zeitgemäß ist, Musik, die mit allen weltlichen Angeboten konkurrieren kann. Qualitative Musik. Moderne Musik. Texte, die meine Sprache benutzen. Gute Performance. Hervorragende technische Umsetzung. Also: schau dir deine Musik- und Lobpreisarbeit an. Wie ist sie aufgestellt? Wen spricht sie an? Was kannst du tun, um dies zu verändern? Das beste Buch zu diesem Thema ist von Joshua Wesely: „Made for Worship“. Darin findest du alles, was oben beschrieben wird, und wie du dahin kommst.

 

Predigt

Neben der Musik sollte auch die Predigt junge Menschen ansprechen. Gibt es bei euch Themen, die den Alltag der Menschen verändern? Themen, die Antworten auf die schwierigen Fragen der jungen Leute bieten? Ist diese Predigt auch so, dass man zuhören kann?

 

Spaß und Gemeinschaft

Der nächste Kernpunkt ist Spaß und Gemeinschaft: Young Adults sind meist keine verkopften Anzugträger. Sie brauchen Gemeinschaft, einen Ort, an dem sie lachen können, chillen und einfach miteinander reden. Jemanden, der mal zuhört. Quatsch machen und Kind sein. Sie lieben es, wie Kids mal auf einer Hüpfburg einfach nur herumzutollen und zu vergessen, dass morgen bereits wieder Entscheidungen von ihnen verlangt werden. Bietet ihr solch einen Raum? Wenn nicht, such dir ein oder zwei junge Leute und schafft ihn. Dekoriert, installiert Musik und Licht, stellt Sofas…und überlegt euch was!

 

Mitarbeit

Gebt ihnen Verantwortung. Im geschützten Rahmen stellt es eine positive Herausforderung dar, gefordert zu werden. Bei verschiedenen Gesprächen mit Young Adults, die selbst sehr aktiv in ihren Gemeinden sind, war das O-Ton. Habt keine Angst davor, junge Leute damit zu vergraulen. Gebt ihnen Verantwortung. Und lasst sie damit dann nicht allein. Eine sinnvolle und nachhaltige Mitarbeit in der Gemeinde ist für viele ein willkommener Ausgleich für den Stress in ihrem Alltag.

 

Angebote

Findet heraus, was die Young Adults in eurer Gemeinde (oder, wenn dort keine vorhanden sind, in eurer Stadt) interessiert. Bietet ihnen ein Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen und Antworten finden. Das kann von organisierten Single-Reisen über Filmabende in Originalsprache bis zu Sport- oder Seelsorgeangeboten alles sein. Das Thema Partnerschaft ist übrigens ein sehr beliebtes Thema, da gerade hier die Unsicherheit groß und der Bedarf an Tipps und Hilfen immens ist.

 

 

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